Im Bestand bauen – Gedanken, Identität und Alltag im Fokus

Im Rahmen des HSRM Dialogs der Hochschule RheinMain stand das Thema „Bauen im Bestand“ im Mittelpunkt einer spannenden Podiumsdiskussion mit Prof. Volker Kleinekort, Prof. Dr. Georg Ebbing und Prof. Daniel Seiberts.

Diskutiert wurde unter anderem die Frage, was den Charakter einer Stadt eigentlich ausmacht – und ab wann Architektur als „hässlich“ wahrgenommen wird. Dabei wurde deutlich, dass Städte nicht nur durch einzelne Gebäude geprägt werden, sondern vor allem durch erlebte Räume, Situationen und Erinnerungen. Orte, die Menschen verbinden, schaffen Identität.

Auch Themen wie Materialität, Typologien und der Wandel architektonischer Leitbilder wurden angesprochen. Während in der Industrialisierung häufig Gleichförmigkeit angestrebt wurde, steht heute zunehmend die Vielfalt im Vordergrund. Unterschiedliche Materialien, angepasste Lösungen und ein sensibler Umgang mit dem Bestand stärken den Charakter einer Stadt und machen Architektur lebendig.

Besonders spannend war der Blick auf die Lehre: Wie vermittelt man Studierenden den verantwortungsvollen Umgang mit Bestandsbauten? Dabei geht es weniger um spektakuläre Einzelobjekte, sondern vielmehr um gute, alltägliche Architektur, die sich selbstverständlich in ihr Umfeld einfügt. Genau diese „normale“ Architektur prägt unsere Städte oft nachhaltiger als das Außergewöhnliche.

"Weniger ist mehr." Ludwig Mies van der Rohe